Themenbereich Transnationale Ökonomien
Es ist die Arbeit, die viele nach Deutschland brachte und immer noch bringt, ob als „Illegaler“ oder als hochqualifizierter Migrant und Migrantin. Und es sind die migrantischen Ökonomien, die Migration im Stadtraum sichtbar machen. In den hier versammelten Arbeiten, die verschiedene historische Ausschnitte der Stadtgeschichte betreffen, geht es aber nicht nur um die Vielfältigkeit von Arbeitsmigrationen und ihre unterschiedlichen Infrastrukturen und Lebensverhältnisse. Vielmehr zeigen die Forschungsarbeiten, wie Migranten und Migrantinnen sich ihr Lebensumfeld und -ressourcen trotz Ausgrenzung und Diskriminierung im Sinne einer Selbsteingliederung aneigne(te)n und wie sie sich in die klassischen Organisationen der ArbeiterInnenvertretung integrierten. Die Arbeiten machen aber auch sichtbar, wie die Bewegungen der Migration eigene Kämpfe um soziale, politische und ökonomische Rechte führten oder ganz eigenständige ökonomische Strukturen aufbauten.
Dabei verbinden viele ökonomischen Aktivitäten, Unterstützungsnetzwerke und familiäre Verbindungen München mit der Welt und produzieren so etwas wie eine Globalisierung von unten. Die transnationalen Netzwerke bilden nicht nur eine zentrale Basis, auf der Migrationsprojekte bis heute stattfinden. Sie sind angesichts der globalen Entwicklungsmisere im zunehmenden Maße, wie die Weltbank und andere internationale Organisationen anerkennen müssen, auch notwendige Hilfs- und Unterstützungsstruktur für die Familien, Dörfer und Städte in den Herkunftsländern. Auf den subjektiven Landkarten, die Migrierenden im Zuge ihres global aktiven Lebens generieren, ist München nur noch ein kleiner peripherer Punkt.