Crossing Munich. Orte, Bilder und Debatten der Migration. Ausstellung vom 10. Juli bis 15. September 2009 in der Rathausgalerie München. Ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München in Kooperation mit dem Institut für Ethnologie, dem Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie und dem Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Autoren, die das Label des „Interkulturellen“ tragen, sehen sich selbst oft im Kampf mit dieser Schublade. Von Wissenschaft und Medien als „Gastarbeiterautoren“ bezeichnet, haben sie sich selbst früher „Literaten der Betroffenheit“ genannt. Ihre Texte entstehen aus dem Eindruck der Migrationserfahrungen, mit dem Hintergrund von zwei oder mehr Sprachen und den zu einer Sprache gehörigen Bildern.
Die Arbeit spürt in
biografischen Interviews nach, welchem Stellenwert die Migration bei
den einzelnen Literaten zukommt. Sie kann zeigen, wie Migration auf
kreative Weise als Ressource verwendet wird, wie Elemente anderer
Kulturen auf subjektive Weise neu inszeniert werden – vom
Nebenschauplatz bis zum Dauerthema, vom stark ausgelebten Akzent und
bewusst falscher Grammatik bis zum humorigen Einsprengsel im
Jugendroman. Autoren schreiben Bilder und Gefühle, erleben dabei wie
manch andere ihrer (muttersprachlichen) Kollegen ein
Entfremdungsgefühl gegenüber der Gesellschaft oder ein Ringen mit
der Sprache.
Nicht zuletzt diese Autoren lenken den Blick des
Lesers auf die Tatsache, dass die deutsche Literatur noch nie streng
abzugrenzen war und schon immer von Wanderung und fremden Elementen
durchsetzt war.