Münchner Wege. Städtisches Regieren

Die Geschichte des Regierens der Migration in München entpuppt sich schon Ende der 60er Jahre als spezifisch münchnerisch: Bereits zu dieser Zeit prägte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel „Münchner Wege“ und „Modelle“, die der Bundespolitik Jahrzehnte voraus waren. Im Zentrum stand nicht nur seine frühe Anerkennung, dass München eine Einwanderungsstadt sei, und dieser Tatsache Integrationspolitiken Rechnung tragen müssten. Auch der wissenschaftlich fundierte stadtplanerische Zugriff auf die ökonomische, soziale, demographische Entwicklung der Metropole trug seine Handschrift. Auch wenn der Planungseifer und -glaube in den folgenden Jahrzehnten nachließ haben auch spätere OBs Bundesgeschichte geschrieben wie beispielsweise in Folge propagandistischer Aktionen wie Asylcontainer auf der Theresienwiese, die den sogenannten Asylkompromiss 1992 mit forcierten.

Neben einer eingehenden Zeitungsrecherche stellt „Münchner Wege – städtisches Regieren“ die Praktiken und Diskurse der Stadtplanung in den Mittelpunkt ihrer historisch angeleiteten Analyse der Migrationspolitiken Münchens. Hierbei interessierten die regulativen Ideen, Leitbilder und Hoffnungen als auch die Schreckensszenarien im Umgang mit den Migrationsbewegungen und ihren sozialen, ökonomischen, räumlichen, bildungspolitischen und kulturellen Praktiken und Forderungen.

Entstanden ist eine Genealogie, eine historisch argumentierende Rekonstruktion der Geschichte der Migration in München, die Diskurse der Stadtplanung, mit öffentlichen Debatten und migrantischen biografischen Erzählungen in einer künstlerischen Kartographie kombiniert. Damit arbeitet sie einer lokalen Begriffs- und Bildergeschichte zu, die Stadtentwicklung als durch Migration mit beeinflusstem Prozess rekonstruiert