Katalog

Cover des Katalogs zu Crossing Munich

Crossing Munich. Beiträge zur Migration aus Kunst, Wissenschaft und Aktivismus
Natalie Bayer, Andrea Engl, Sabine Hess, Johannes Moser (Hrsg.)
München 2009, 208 Seiten, 55 Farbabbildungen, 30 Graustufenabbildungen, 26 €, ISBN-13 978-3-88960-108-7

Zu beziehen im Buchhandel zum Preis von 26,-€ oder direkt bei:
Silke Schreiber Verlag
Dr. Luise Metzel
Agnesstr. 12
D - 80798 München
Tel. 0049.89.2710180
Fax 0049.89.2716957
metzel@verlag-silke-schreiber.de

Wir freuen uns, Ihnen die Publikation „Crossing Munich. Beiträge zur Migration aus Kunst, Wissenschaft und Aktivismus“ bekannt zu geben – der begleitende Katalog zu der Ausstellung „Crossing Munich. Orte, Bilder und Debatten der Migration“, die vom 10.07. –15.09.2009 in der Münchner Rathausgalerie zu sehen war. „Crossing Munich“ war ein Forschung- und Ausstellungsprojekt der Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit dem Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, dem Institut für Ethnologie und dem Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der Ausstellungskatalog verbindet künstlerische, wissenschaftliche sowie aktivistische Perspektiven zur Migration in Wort und Bild. Jenseits der gängigen Narrationen von Migration als Bereicherung oder Bedrohung beziehen die Texte und Ausstellungsinstallationen eine neue Position in der Migrationsdebatte, indem sie von Migration als einem zentralen Moment städtischer Entwicklung erzählen. Die unterschiedlichen Textbeiträge und Dokumentationen der Ausstellungsinstallationen von „Crossing Munich“ wurden in folgende Kapitel unterteilt:

Der erste Themenblock widmet sich den „Stadtbildern/Stadt(t)räumen“ und geht dabei den sichtbaren, weniger sichtbaren und unsichtbar gehaltenen Zeichen der Migration im Stadtraum nach.

Im Anschluss daran reflektiert das Kapitel „Urbane Politiken“ die Geschichte der Migrationspolitiken auf kommunaler sowie bundesweiter Ebene und skizziert eine Genealogie des kommunalen Regierens von Migration.

Der nächste Themenbereich stellt sich den Fragen und Schwierigkeiten, Migration auszustellen, und reflektiert dabei die „Krise der Repräsentation“ der Migration in Deutschland.

In dem Themenkapitel „Kulturproduktionen und -konstruktionen“ widmen sich die unterschiedlichen Beiträge den ambivalenten Effekten der Kulturalisierung der Migrationsdebatte: Gegen die gängige essentialisierende Perspektive stellen die Texte und Ausstellungsinstallationen einen Zugang, der sich den kulturellen Praktiken und Forderungen der Migration zuwendet.

In dem letzten Kapitel zu „Transnationalen Ökonomien“ werden historische und gegenwärtige Aspekte migrantischer Alltags- und Arbeitsverhältnisse thematisiert: Die Beiträge verweisen nicht nur auf die andauernde Geschlechtsblindheit der Migrationsdebatte. Vielmehr halten sie dem herrschenden Geschichtsbild, welches die „GastarbeiterInnen“ der ersten Generation meist als passiv und rückkehrorientiert darstellt, eine bisher nicht erzählte Geschichte von kleineren und größeren Kämpfen und Initiativen entgegen.

Inhalt

  • Hans-Georg Küppers: Grußwort. „Crossing Munich – ein kritischer Beitrag im städtischen Diskurs“
  • Andrea Engl, Sabine Hess: Crossing Munich. Ein Ausstellungsprojekt aus der Perspektive der Migration
  • Michael Hieslmair, Michael Zinganel: Zur Struktur der Ausstellung

Stadtbilder – Stadt(t)räume

  • Erol Yildiz: Migration bewegt die Stadt. EinwanderInnen als ExpertInnen ihrer selbstorganisierten Integration
  • Dennis Odukoya: Westend urban_lab. Stigmatisierung und Instrumentalisierung von Migration in Debatten um das Münchner Westend
  • Simone Egger: München und Welt. Bilder und Texte einer urbanen Biographie
  • Angela Koch: München un/typisch. Selbstfindung durch Ausgrenzung? Einige Gedanken zu einer Ausstellung
  • Ausstellungsinstallationen: Bilder-Rauschen, Munich Central Station, westend_urban_lab, Grauer Verkehr, Favoriten

Urbane Politiken

  • Eva Bahl, Marina Ginal, Bernd Kasparek, Philip Zölls: Tulbeck 12. Das Münchner Migrationsregime: eine unendliche Geschichte von Autonomie und Kontrolle
  • Stephan Lanz: Der lange Schatten der Kulturnation. Städtische Einwanderungspolitiken am Beispiel von Berlin
  • Birgit zur Nieden: Deutsch-lernen für die Sicherheit. Eine Genealogie des Deutsch-lernens in der BRD von der migrantischen Forderung zur staatlichen Anforderung
  • Tobias Pieper: Alles unter Kontrolle. Das Instrument des Lagers und national-biopolitische Blick auf Migration
  • Ausstellungsinstallationen: Münchner Wege – Regierungsglaube, Menschen[ver]handel[t]

Migration ausstellen

  • Marion von Osten: Auf der Suche nach einer neuen Erzählung. Refelktionen des Ausstellungsprojekts „Projekt Migration“
  • Kerstin Poehls: Zum Stand der Dinge: Migration im Museum. Überlegungen zur auratischen Praxis in Ausstellungen
  • Dorothee Richter: Raum im Raum im Raum. Das Display als russische Puppe
  • Manuela Bojadzijev: Geschichte der Migration neu schreiben. Erkundungen und Entdeckungen jenseits der Grenzen nationaler Geschichtsschreibung
  • Martin Rapp: Geteilte Erinnerungen. Der Weg des Kölner Vereins DOMiD von musealer Darstellung zu neuen Perspektiven
  • Vassilis Tsianos: In Mobilität verweilende Ankunft. Von der Schwierigkeit, Migrationsgeschichte mit dem Konzept der „Geteilten Erinnerung“ ohne Wut auszustellen

Kulturproduktionen und –konstruktionen

  • Anna Schrade: Präsenz statt Repräsentation. Vom Herschaftsinstrument Völkerkunde zur postmodernen Ethnographie
  • Ralf Homann: Gobelins et sans papiers. Kunst und Migration im München der 90er Jahre
  • Shermin Langhoff: Postmigrantisches Theater?! Das Experiment Ballhaus Naunynstraße in Berlin
  • Slobodan Karamanic, Manuela Unverdorben: Balkan high, Balkan low. Musikproduktion zwischen Hybridität und Klassenkampf
  • Ausstellungsinstallationen: Rap vom Rand – Representing 089 meine Stadt, Spunk II, BalkanBar

Transnationale Ökonomien

  • Simon Goeke: „Multinationale Arbeiterklasse“ in München. Geschichtswissenschaft, migrantische Kämpfe und die „Wilden Streiks“ bei BMW 1972
  • Helma Lutz: La Femme perdue. Gender im Migrationsprozess: die (Un-)Sichtbarkeit von Frauen auf dem transnationalen Arbeitsmarkt
  • Lisa Riedner, Philipp Zehmisch: Widerstand auf der Baustelle. Ein ethnografisches Fallbeispiel zur Aushandlung transnationaler Realitäten der Werkvertragsarbeit in München und Istanbul
  • Ausstellungsinstallationen: Spedition Schulz, Munich loves you, Eiskalte Händchen: Die neuen „Gastarbeiter“, Migrantische Kämpfe – Kämpfe der Migration