Crossing Munich. Orte, Bilder und Debatten der Migration. Ausstellung vom 10. Juli bis 15. September 2009 in der Rathausgalerie München. Ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München in Kooperation mit dem Institut für Ethnologie, dem Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie und dem Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Die verschiedenen Praktiken der grenzüberschreitenden Mobilität haben über die Jahrzehnte ihre eigenen infrastrukturellen und räumlichen Ausdrücke gefunden, die je nach offizieller Legitimation und Förderung im Stadtraum zentral sichtbar sind bzw. in Hinterhöfe oder an den Stadtrand verdrängt werden. Während der Flughafen über eine Transrapidanbindung näher an die Stadt heranrücken sollte, werden Mobilitätspraktiken der Ost-West-Migration eher aus dem Blickfeld ausgegrenzt. Dass München nach wie vor ein zentraler Knotenpunkt dieses Wanderungsgeschehens ist, wird damit unsichtbar gehalten. Die Installation „Grauer Verkehr“ wendet sich ethnographisch beobachtend einem derartigen Busbahnhof zu, über den v.a. Destinationen in Südosteuropa mit München vernetzt werden. Dabei schaut die Arbeit hinter die offizielle Bezeichnung, welche diese kleineren Buslinien als „Grauen Verkehr“ einstuft, und kann von einem ganzen Universum an informellen Strukturen und höchst spezialisiertem Wissen erzählen, welches diesen gering formalisierten Busverkehr dennoch für tausende Reisende zugänglich und erschwinglich hält.